Erfahrungsbericht: Worauf sollten Eltern bei der Wahl des Kindergartens achten?

von Susann H.-W. aus Heide in Holstein

Nicht immer haben Eltern die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Kindergärten und Kindertagesstätten zu wählen. Dies wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aber grundlegend ändern, ist die Geburtenrate doch örtlich um bis zu zwanzig Prozent gesunken. Dies macht sich natürlich auch bei den Kindergarteneinrichtungen bemerkbar, die sich dann um die neuen Schützlinge quasi „bewerben“ müssen und mit entsprechenden Programmen aufwarten sollten. Wie Sie einen passenden Kindergarten finden und worauf Sie bei der Besichtigung der Einrichtung achten sollten, möchte ich in diesem Beitrag näher erläutern. Die gleichen Aspekte gelten übrigens auch in abgewandelter Form für die Betreuung der unter Dreijährigen. 

Verschiedene Kindergärten besichtigen

Bevor Sie sich für die Anmeldung in einer Einrichtung entscheiden, sollten Sie mehrere Kindergärten oder -tagesstätten besichtigen, und zwar während des regulären Kindergartenbetriebes. So erhalten Sie einen ersten Eindruck, ob sich die Kinder wohlfühlen, welche Spielmöglichkeiten vorhanden sind und wie die räumliche Aufteilung genutzt wird.

Erkundigen Sie sich auch bei befreundeten Eltern nach der von ihren Kindern genutzten Einrichtung. Auch auf dem Spielplatz können Sie mit Eltern ins Gespräch kommen und diese über ihren Kindergarten befragen. So erhalten Sie ein unabhängigeres Bild der jeweiligen Einrichtung.

Informieren Sie sich im Internet über die verschiedenen Pädagogik-Angebote der einzelnen Einrichtungen. Zu den bekanntesten gehören zweifelsohne die Reggio-, Waldorf- und die Montessori-Pädagogik. Studieren Sie zudem auch eine eventuell vorhandene Webseite der jeweiligen Einrichtung, um sich genauer auf deren Programm vorzubereiten.

Rücksichtnahme auf die Belange der Eltern

Bei der Besichtigung der Einrichtung sollten Sie ebenfalls nachfragen, wie auf die Belange der Eltern Rücksicht genommen wird. Dies können beispielsweise flexible Betreuungszeiten und auch eine längere Öffnung der Einrichtung sein. Muss das Kind bis zu einer gewissen Uhrzeit in der Einrichtung eintreffen oder ist ein jederzeitiges Bringen und Abholen möglich?

Wie verhält es sich bei der Feriengestaltung? Ist die Einrichtung in den Ferien drei Wochen komplett geschlossen, werden Ausweichmöglichkeiten angeboten oder erfolgt auch hier der Urlaub nach Absprache, was vielen Eltern natürlich besonders entgegenkommt. Diese sind dann nicht schon während der Kindergartenzeit auf die Schulferien als Urlaubszeit angewiesen und in ihrer Urlaubsplanung entsprechend flexibler.

Die räumliche Gestaltung der Einrichtung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die räumliche Gestaltung der Einrichtung. Bietet diese genügend Raum für die kreative Entfaltung der Kinder, zugleich aber auch Rückzugmöglichkeiten und einen Bereich für sportliche Aktivitäten? Ist in die Einrichtung eine eigene Küche integriert, in der das Essen frisch zubereitet wird? Und bietet sie zudem auch viel Platz für das freie Spiel im Außengelände? Wie sehen die hygienischen Verhältnisse vor Ort aus? Hat jedes Kind einen eigenen Handtuchhaken, genügend Stauraum für Wechselwäsche und Gummistiefel?

Sofern es die räumlichen Verhältnisse hergeben, wäre es beispielsweise sinnvoll, einen Bastel-, Werk- und Spielraum einzurichten, so dass sich die kleinen Künstler im Atelier beschäftigen können. Diese Möglichkeit bieten beispielsweise die Eurokindergärten an. Diese verfügen über einen großen Eingangsbereich, der für sportliche Aktivitäten genutzt, aber auch einen Treffpunkt für sämtliche Kinder der Einrichtung darstellen kann. Auch für Informationsabende und andere Veranstaltungen ist dieser Bereich optimal geeignet. Zum jeweiligen Gruppenraum gehört ein zweites Zimmer, welches beispielsweise als Puppenraum, aber auch als Atelier, Werkraum oder für das gemeinsame Musizieren genutzt werden kann. Zugleich ist von jedem Gruppenraum der Zugang ins Außengelände möglich. An regnerischen oder stürmischen Tagen kann der große Eingangsbereich als Spielmöglichkeit genutzt werden.

Einbeziehung der Eltern

Viele Einrichtungen sehen es sehr gern, wenn sich die Eltern am Kindergartenalltag beteiligen. Dies kann beispielsweise bei einer regelmäßig stattfindenden Vorlesestunde, aber auch beim Basteln und kleinen handwerklichen Tätigkeiten der Fall sein. Vielleicht können Sie aber auch mal eine Betriebsbesichtigung der Einrichtung organisieren. Oder Sie entscheiden sich, Mitglied im Förderverein der Einrichtung zu werden und so für eine bessere Ausstattung der Einrichtung zu sorgen. Als Mitglied des Elternrates haben Sie zudem in verschiedensten Belangen ein Mitspracherecht und erhalten Informationen wesentlich früher als andere Eltern.

Wie man sieht gibt eine Vielzahl an Aspekten, die bei der Auswahl des Kindergartens oder der Kindertagesstätte eine Rolle spielen. Grundvoraussetzung ist allerdings Ihr Vertrauen in die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher.