Pädagogisches Konzept

INTERVIEW-REIHE MIT WOLFRAM WÄSCHER – TEIL 3

Bei der Planung der Kindertagesstätte wird ja nicht nur auf ein ganzheitliches Erscheinungsbild, sondern auch auf eine moderne Pädagogik großen Wert gelegt. Im dritten Teil unseres Interviews möchten wir mit Herrn Wolfram Wäscher darüber sprechen, welches pädagogische Konzept bereits bei der Planung der Einrichtung zum Tragen kommt und welche Möglichkeiten ein Eurokindergarten bietet.

Frage: Herr Wäscher, welches pädagogische Konzept liegt dem Eurokindergarten zugrunde?

Wolfram Wäscher: In zahlreichen Gesprächen mit Erzieherinnen und Erziehern, Eltern, Grundschullehrern und einer Vielzahl weiterer Personen haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass schon im Kindergartenalter in die Bildung investiert werden muss. Wir haben uns das Konzept von Dr. Ilse Wehrmann zu eigen gemacht, die das Konzept „Play and Learning Center“ entwickelt hat. Frau Wehrmann ist „Sachverständige für frühkindliche Entwicklung“ und nutzt bei ihrer Arbeit die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Frage: Was bedeutet dies genau?

Wolfram Wäscher: Die Auswahl in der Raum- und in der Materialgestaltung ist an den Leitlinien der „Wehrmann Education Consulting“ ausgerichtet, welche auf der Reggio-Pädagogik basiert. In diesem System werden die Stärken der einzelnen Kinder gefördert und nicht gegen die jeweiligen Schwächen der Kinder angegangen. Kinder können beispielsweise an einzelnen Projekten mitwirken, sich aber auch anderweitig kreativ austoben. Diese Einrichtungen planen auch die Einbeziehung der Eltern und weiterer örtlicher Organisationen in die Erziehung der Kinder. Es ist quasi der ganze Ort an der Kindererziehung beteiligt.  Erstmals wurde dieses Konzept übrigens in der italienischen Stadt Reggio nell’Emilia angewandt, nach der es auch benannt wurde. Über die gesamte Entwicklung jedes einzelnen Kindes wird eine umfassende Dokumentation angefertigt. Dies soll auch die Wertschätzung der Pädagogen gegenüber dem einzelnen Kind deutlich machen.

Frage: Wie unterstützen Sie dieses System?

Wolfram Wäscher: Wir haben unter anderem das Raumangebot entsprechend gestaltet. So gibt es in jeder Einrichtung einen über 250 Quadratmeter großen Indoor-Spielbereich, aber auch verschiedene Räumlichkeiten, die unter anderem als Atelier genutzt werden können. Jeder Gruppenraum  ist mit einem Zugang zum angrenzenden Außenbereich versehen, sodass die Kinder sich problemlos nach draußen begeben und dort toben und spielen, aber auch so manches Projekt gestalten können. An jeden Gruppenraum grenzt eine Außenterrasse an, die von Buchenhecken eingezäunt wird. Dadurch ist es nicht möglich, auf eine andere Terrasse zu gelangen. Neben jeder Außenterrasse wird auch ein Kräuterbeet angelegt. Hier können die Kinder eigene Kräuter und andere Pflanzen aussäen, sie regelmäßig gießen und später gemeinsam ernten und verspeisen. So lernen sie unsere natürlichen Rohstoffe schätzen und erfahren, dass Obst und Gemüse ursprünglich nicht aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt stammen, sondern in teilweise mühevoller Arbeit geerntet werden müssen. Erst dann können sie in der Küche verarbeitet und später verzehrt werden.