Individuelle Gestaltung der Räumlichkeiten

INTERVIEW-REIHE MIT WOLFRAM WÄSCHER – TEIL 5

Im fünften Teil unseres Interviews möchten wir unter anderem auf die individuelle Gestaltbarkeit der Räumlichkeiten eingehen. Zugleich sollen aber auch die Vorteile einer nachhaltigen Nutzung zur Sprache kommen.

Frage: Ist die Belegung der Räumlichkeiten von vornherein festgelegt und kann dabei auf Wünsche des Betreibers eingegangen werden?

Wolfram Wäscher: Die Räumlichkeiten können durchaus nach den individuellen Wünschen des späteren Betreibers gestaltet und eingerichtet werden. Nur der große Indoorspielplatz ist hiervon in der Regel ausgenommen, dient er doch der sportlichen Bewegung der Kinder, aber auch als Treffpunkt für Elternversammlungen, Sitzungen des Fördervereins und vieles mehr. Aber auch ein Trödelmarkt, dessen Erlös zumindest in Teilen vielleicht der Einrichtung zugutekommt, kann in diesem Bereich des Kindergartens durchgeführt werden. Alle anderen Räumlichkeiten können durchaus individuell gestaltet werden. 

Frage: Es können also auch die Gruppenräume einer anderen Nutzung zugeführt werden?

Wolfram Wäscher: Selbstverständlich ist dies möglich. Mittlerweile gibt es einige Kindergärten, die keine Gruppen mehr einrichten, sondern für die dort angemeldeten Kinder verschiedene Aktivitäten planen. So übernimmt eine Erzieherin vielleicht die gemeinsamen Bastelarbeiten, während in einem anderen Raum eine Leseecke eingerichtet wird. Eine weitere Räumlichkeit könnte beispielsweise als Experimentierraum genutzt werden, während sich Mädchen wahrscheinlich über einen Puppenraum freuen. Das Essen wird in diesem Fall vielleicht auch in einer Cafeteria eingenommen, die die Kinder dann aufsuchen können, wenn sie Hunger verspüren. Die Gestaltung der Einrichtung kann also ganz auf das pädagogische Konzept ausgerichtet werden.

Frage: Welche Vorteile hat die Einrichtung eines Eurokindergartens noch?

Wolfram Wäscher: Kinder ab einem Alter von drei Jahren haben Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Zugleich soll aber auch die Betreuung der unter dreijährigen Kinder ausgebaut werden. Dafür müssen natürlich neue Kindertagesstätten eingerichtet und betrieben werden. Ob diese allerdings in zehn oder zwanzig Jahren noch notwendig sind, kommt auf die Situation vor Ort an. Auch aus diesem Grund überzeugt das Konzept der Eurokindergärten, können diese Räumlichkeiten doch vielen weiteren Nutzungsmöglichkeiten zugeführt werden.

Frage: Als da wären?

Wolfram Wäscher: Befindet sich in unmittelbarer Nähe der Einrichtung eine Schule, so können die Räumlichkeiten des Kindergartens gegebenenfalls gemeinsam genutzt werden. Hier wäre beispielsweise die Einrichtung einer Mensa oder einer Cafeteria möglich, die sowohl von den Kindergarten- als auch den Schulkindern genutzt wird. Aber auch Vereine können die Räumlichkeiten – nach einer eventuell vorausgegangenen Umgestaltung respektive Umrüstung – für ihre Aktivitäten nutzen. Zugleich kann die Einrichtung – da sie ebenerdig angelegt ist – auch von Senioren besucht werden. Einer späteren Nutzung als Seniorentreff steht also ebenfalls nichts im Wege. Im Indoor-Spielbereich können zudem einige kleinere Veranstaltungen, beispielsweise Konzerte und Tanznachmittage, stattfinden. Jugendliche möchten die Einrichtung vielleicht auch als Jugendklub oder Jugendfreizeiteinrichtung nutzen. Sie sehen also, es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Räumlichkeiten des Eurokindergartens auch in späteren Jahren der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.