Gestaltung der Räumlichkeiten

INTERVIEW-REIHE MIT WOLFRAM WÄSCHER – TEIL 8

Jetzt möchten wir gerne noch einmal auf das Thema der Gestaltung der Räumlichkeiten eingehen. Viele Kindergärten wirken von der Bausubstanz her eher trist, während die eurokindergärten schon im Außenbereich mit einem interessanten farblichen Anstrich versehen sind. Setzt sich dieses Konzept in den Räumlichkeiten fort?

Wolfram Wäscher: Natürlich verwenden wir auch bei der Gestaltung der Räumlichkeiten verschiedenste Farbgebungen. Dies sprechen wir aber gern mit dem Bauherrn beziehungsweise dem späteren Nutzer der Einrichtung ab. So können beispielsweise die Gruppenräume in der farblichen Gestaltung voneinander abweichen, sodass auch die kleinsten Kinder schnell ihre passende Gruppe wiederfinden, wenn sie sich vielleicht zuvor im großen Innenraum aufhielten. Aber auch die Nebenräume, zu denen beispielsweise das Atelier gehört, bekommen einen besonderen farblichen Anstrich.

Die Gruppenräume selbst werden dann in der Regel von den Kindergärten selbst mit Bildern und Bastelarbeiten verziert. Eine Idee ist es aber auch, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung an der farblichen Gestaltung zu beteiligen. Diese können beispielsweise Motive auswählen, mit denen die von uns beauftragten Handwerker die Wände verschönern, oder selbst kreativ werden.

Frage: Das Gebäude wird ja – wie bereits erwähnt – in Passivbauweise errichtet. Welche Vorteile sehen Sie neben den bereits erwähnten Aspekten wie niedrigere Energie- und Heizkosten, optimale Nutzung der Wärmequellen et cetera, noch?

Wolfram Wäscher: Wird der eurokindergarten von einem Unternehmen geführt, besteht beispielsweise die Möglichkeit einer Förderung durch ein zinsgünstiges Darlehen der KfW-Bank, mit dem diese klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) unterstützt. Aber auch für Städte und Gemeinden kann diese Förderung von Interesse sein.

Die einzelnen Räumlichkeiten sind so konzipiert, dass es zu keinem größeren Lärmspiegel kommt. Dazu errichten wir schallschluckende Wände und setzen trittschallschluckende Materialien für die Fußbodengestaltung ein. Durch die großen, dreifach verglasten Kunststofffenster fällt viel Sonnenlicht ein, welches wiederum die Räumlichkeiten schnell aufheizt und so vor allem in der kälteren Jahreszeit die Heizkosten enorm reduziert.

Entscheidet sich die Kommune für die Pacht eines eurokindergartens, so bleibt die monatliche Mietbelastung über einen Zeitraum von 5 beziehungsweise 10 Jahren – je nachdem, was vereinbart wurde – konstant. Auf Wunsch des Betreibers können auch die anfallenden Nebenkosten, zu denen unter anderem Strom, Wasser sowie die technische Wartung gehören, in die monatlichen Fixkosten aufgenommen werden. Diese sind dann als Festpreis zu entrichten.

Frage: Was spricht ebenfalls für einen eurokindergarten?

Wir arbeiten mit regionalen Handwerksunternehmen zusammen. So kann beispielsweise das gesamte Leistungspaket nach einem Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. So haben Kommunen und Unternehmen die Möglichkeit der direkten Einflussnahme auf die Gestaltung der Räumlichkeiten, profiteren aber gleichzeitig von öffentlichen Förderungen. Zugleich verringern sich die Risiken und Lasten einer konventionellen Beschaffung in erheblichem Maße.