Ein Feriendorf als Asylbewerberunterkunft

Die Zahl der in Deutschland Asylsuchenden ist in den letzten Wochen und Monaten stetig gestiegen. Ein Ende des Zuzugs von Asylbewerbern, vor allem aus Syrien, dem Irak und einigen anderen Staaten, ist bislang nicht abzusehen.

Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Anzahl an Bewerbern, die die Landkreise unterbringen müssen. Aus diesem Grund wurde eine Übereinkunft zwischen dem Investor des späteren BioVitalParkes in Gomadingen, Wolfram Wäscher, und dem Landkreis Reutlingen geschlossen, die eine zwischenzeitliche Nutzung der in den 1970er Jahren erbauten Häuser als Asylbewerberunterkunft ermöglicht. Der Investor stellt die Unterkünfte bis Ende 2015 zu einem sehr günstigen Mietpreis zur Verfügung.

"Das Gemeinschaftshaus des Feriendorfes, das unter anderem eine Secondhand-Boutique, das Sternberg-Café und Räumlichkeiten für Sprachkurse beherbergen soll, kann kostenlos zur Verfügung gestellt werden", so Wolfram Wäscher. Hier muss der Landkreis Reutlingen lediglich die anfallenden Heiz- und Stromkosten übernehmen.

Der Abriss der Gebäude verschiebt sich um etwa ein Jahr und ist deshalb für Anfang 2016 vorgesehen. Aus diesem Grund ist es möglich, die Quartiere bis Ende 2015 für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen. Eine Verlängerung des Mietvertrages mit dem Landkreis Reutlingen ist bislang nicht vorgesehen.

Selbstverständlich haben die hier unterzubringenden Asylbewerber die Möglichkeit, das Hallenbad und den Tennisplatz mit zu nutzen. Aber auch das unweit gelegene Landgestüt Marbach ist mehr als einen Besuch wert. Vielleicht tragen diese Einrichtungen auch zur Sozialisierung und Integration der ausländischen Gäste bei.

Wie geht es weiter?

Laut Wolfram Wäscher ist die Neueröffnung des BioVitalParks für Herbst 2017 angedacht. Da bis zum Beginn der Abrissarbeiten noch mehr als ein Jahr Planungszeit besteht, können verschiedene Nutzungsmöglichkeiten durchdacht und mit einbezogen werden. Keinesfalls soll der BioVitalPark nur als Wellness-Oase angelegt werden. Wolfram Wäscher ist sehr daran gelegen, ein ganzheitliches Konzept zu verwirklichen, welches auf eine Stärkung von Körper und Seele abzielt. Über den weiteren Fortschritt der Planungen und der späteren Baumaßnahmen werden die Gremien und die Öffentlichkeit rechtzeitig informiert.

"Bis der Abbruch der Ferienunterkünfte ansteht," so Wolfram Wäscher, "können diese von  Asylbewerbern als Unterkunft genutzt werden, denn nach den Strapazen der (oftmals) langen Reise sollen die Flüchtlinge erst einmal zur Ruhe kommen." Da die Häuser relativ klein ausfallen und maximal acht bis zehn Personen beherbergen können, sind sie als nahezu familiär anzusehen, was sich gegenüber mehrgeschossigen Asylbewerberheimen als sehr vorteilhaft darstellt, bergen sie doch ein geringeres Konfliktpotenzial.