Die Außengestaltung und der eigene Anbau von Kräutern und Gemüse

INTERVIEW-REIHE MIT WOLFRAM WÄSCHER – TEIL 4

Die Eurokindergärten stehen nicht nur für ein innovatives Raumkonzept, sondern auch für eine zweckmäßige und sehr kindgerechte Außengestaltung. Erklären Sie unseren Lesern respektive Usern doch bitte einmal ausführlich, was sich im Einzelnen dahinter verbirgt.

Wolfram Wäscher: Sehr gern. Das Konzept der Außengestaltung haben wir mit einem erfahrenen Landschaftsarchitekten geplant. Der Baukörper wird dabei so errichtet, dass dieser von insgesamt drei Seiten umspielt werden kann. Jeder Gruppenbereich ist von außen mit einer anderen, natürlich miteinander harmonierenden, Farbgebung versehen. Wie bereits erwähnt, besitzt jeder Gruppenraum eine separate Außenterrasse, die mit Buchenhecken eingefasst ist. Vor allem bei Mädchen sind die Pflanz- und Kräuterbeete sehr beliebt, auf denen sie gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Samen ausbringen, Jungpflanzen setzen und diese zu Gemüse heranwachsen sehen und später ernten können.

Frage: Ist auch ausreichend Platz zum Spielen und Toben gegeben?

Wolfram Wäscher: Natürlich haben wir gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten daran gedacht, dass sich die Kinder auch austoben und gemeinsam Spielgeräte nutzen möchten. Hier gehen wir aber individuell auf die Vorstellungen der jeweiligen Kommune ein. Prägend sind allerdings die Sand- und Grünflächen. Fallschutzbereiche, die über die gesamte Fläche verteilt sind, werden unter anderem von Robinienhölzern und behauenen Steinquadern eingefasst. Als Rückzugsorte dienen kleine Nischen und Verstecke. Hier können sich die Kinder allein oder zu mehreren aufhalten und es etwas ruhiger angehen lassen.

Frage: Was wird mit dem Gemüse und den Kräutern, die die Kinder im eigenen Beet ernten können?

Wolfram Wäscher: Entweder werden diese direkt in der Gruppe verzehrt oder in der Frischküche verarbeitet. Hier können die Kinder – entsprechend ihren Fähigkeiten – mithelfen und ein schmackhaftes Essen für alle zubereiten. Die Küche grenzt direkt an den Eingangsbereich und ermöglicht eine separate Anlieferung der Lebensmittel. Dadurch ist zugleich gewährleistet, dass von hier aus auch andere Kindergärten und Schulkantinen mit frisch zubereitetem Essen beliefert werden können.

Natürlich wird bei der Auswahl der Speisen auch ab und zu auf die Wünsche der Kinder eingegangen. Insgesamt steht aber eine gesundheitsbewusste und zugleich kindgerechte Ernährung im Vordergrund.

Frage: Was macht den Eurokindergarten so besonders?

Wolfram Wäscher: Dies lässt sich nicht unbedingt in drei Sätze packen. Ich möchte aber trotzdem versuchen, es kurz und knapp zu formulieren. Zum Einen wäre da natürlich die optimale Raumgestaltung, die sowohl auf zwei bis auf sechs Gruppen ausgeweitet werden kann. Dadurch ist auch eine alters- und bedarfsgerechte Betreuung von Babys und Kleinkindern möglich. Wetterunabhängig kann der große Indoor-Spielbereich genutzt werden. Eine spezielle Ecke kann auch als Leseecke oder für ein Kasperletheater eingerichtet werden. Eltern treffen sich gerne im Elterncafé, um sich hier ungestört austauschen zu können.   

Zugleich haben die Kinder im Eurokindergarten die Möglichkeit, die Natur in zahlreichen Facetten kennenzulernen.  Sie erfahren viel über die Nützlichkeit verschiedenster Pflanzen und begleiten diese von der Aussaat oder dem Setzen der Jungpflanzen bis hin zum Verzehr. Leider ist dies – sicher bedingt durch die engen räumlichen Verhältnisse - bislang in sehr wenigen Kindertagesstätten möglich beziehungsweise üblich. Die Eurokindergärten können also auch in dieser Hinsicht als Vorreiter angesehen werden.